Jakob Böhme, „Aurora“
Im Jahre 1612 schrieb Jakob Böhme sein Buch „Aurora oder Morgenröte im Aufgang“. Er beschreibt darin die Entstehung und Instandhaltung des Lebens durch den Heiligen Geist. Hierbei schreibt er von 7 Geburten jedes Lebewesens, welche zusammen die 7 Qualitäten oder Eigenarten des Lebens ausmachen.
Gedanken hierzu:
Als 1. Geburt beschreibt er die Herbheit als hart, kalt und scharf. Sie hält die Formen und Bildnisse instand.
Als 2. Geburt nennt er die Sanftmut, welche die Herbheit entzündet, löscht und sänftigt. Sie ist vergleichbar mit dem weichen Wasser, welches den harten Stein formt.
Aus Sanftmut und Herbheit wird die Bitterkeit geboren. Sie bringt Bewegung in die Kälte der Herbheit.
Hieraus wird ein scharf brennendes Feuer geboren, dessen Flamme in die Bitterkeit sticht und Angst hervorbringt. Es ist die Angst vor der Trennung von Leib und Seele.
In diese sich gegenseitig bedingenden 4 Geburten fährt der Heilige Geist wie ein Feuerblitz ein. Aus der Hitze der sich gegenseitig beeinflussenden Geburten geht dann in der Sanftmut (2. Geburt) Licht auf. Dieses Licht wird die animalische Geburt oder Geburt der Seele im Menschen genannt.
Diese Seelengeburt taucht wiederum in die 4 anderen Geburten ein. Das Leben geht im Tode auf. Die Herbheit wird linde, das Feuer wird zur sanften Liebe, die Bitterkeit wandelt sich zur lebenden Beweglichkeit. Aus der Rivalität der 4 Geburten wird Freude und ein Miteinander der verschiedenen Qualitäten (Eigenarten), denn die Schärfe des Feuers verflüchtigt sich. Das Licht der Geburten durchdringt sich gegenseitig und gebiert das bewegliche Leben im Herzen. Diese Geburt wird der Ton des Lebens genannt.
Bei der letzten Geburt taucht der Heilige Geist mit dem Ton des Lebens in die vorherigen Geburten ein und verbindet nach deren Liebesspiel das göttliche mit dem irdischen.
Meint kohlchen
Das Buch "Aurora oder Morgenröte im Aufgang" kann von dieser HP heruntergeladen werden.



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