Als die Formen baden gingen
Ich taste mich durch das Land der Formen bis an seine Grenzen in der Küstenregion. Von den Ufern schaue ich in die unendliche Weite des Meeres und meine Sinne werden leer. Jetzt drängt eine unbändige Sehnsucht aus meinem Herzen hervor und steigt in mir auf. Sie reisst meine Augen auf und jagt wie eine Sturmmöwe in die endlose Weite des Meeres hinaus. Der Vorhang des Horizonts zerreisst. Mein Herz hebt und senkt sich mit dem wallenden Lichtermeer hinter dem Vorhang. Denke ich es oder lebe ich es? Nein, es gibt keine Trennung zwischen dem Erlebten und mir. Ich bin geoffenbarte Struktur, Form und Name des Unaussprechlichen.. Mein Herz ist formlos, ich empfinde keine Gefäßwende, nur wallendes Licht.
Tief atme ich durch. Sanft senkt sich mein Herz und mein Bewusstsein wieder auf den Küstenstreifen am Rand des Meeres nieder. Ich wende mich vom Meer ab dem Land wieder zu, um den Bewohnern von meiner Reise erzählen. Doch die Sinne sind leer. Mein Mund ringt nach Worten, meine Augen nach Bildern, meine Gehör lauscht nach Klängen, meine Haut spürt eine leichte Brise vom Meer herüberwehen. Die Formen der Worte, Bilder und Vorstellungen haben den Vorhang vor dem inneren Horizont wieder zugezogen. Was ich erlebte, bleibt für die Sinne der Menschen leer. Doch wenn auch in ihren Herzen die Sehnsucht nach der Weite hinter dem Horizont klopft, dann werden auch sie,
ihrer Sehnsucht folgen
sich an ihre Grenzen herantasten
und dann.....
werden sie sich der Leere anvertrauen
und mit der Fülle eins werden.
kohle



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