Der Krieg gegen uns
(Eine Analogie zu den Versen 33 – 38 des Kapitels 2 der Bhagavad-Gita.)
Vers 33 lautet:
Wenn du jedoch in diesem religiösen Krieg nicht
kämpfst, wirst du gewiß Sünden auf dich laden, weil du
deine Pflichten vernachlässigst, und so deinen Ruf als
Kämpfer verlieren.
Es wird hier über einen religiösen Krieg geschrieben. Es geht nicht um Sieg und Ausbeutung unter einem Vorwand der Religiosität. Ein Krieg ohne egoistische Absichten wie hier auf dem heiligen Schlachtfeld von Kuruksetra ist für mich im heutigen Weltgeschehen nicht erkennbar. Es sei denn, ich betrachte den Kampf des Göttlichen gegen das Vergängliche in mir selbst.
Denn Krsna unterweist Arjuna und jeden seiner Anhänger auch in der Ordnung, wie er seine eigenen inneren Widerstände (Feinde) überwinden soll. Jeder seiner Anhänger erfährt es auf seine Weise, denn in jedes Menschen Herz tobt die Schlacht um Erlösung anders. „Zwei Herzen schlagen, ach ... in meiner Brust“ sagte Goethe. Da ist einerseits das Sehnen nach Heilung. Dagegen stehen die Zwänge vererbter und eingefahrener Gewohnheiten, Ängste und Begierden. Nur wer in der Lage und willens ist, sich auf Krsna auszurichten, kann in dessen Kraft, Licht und Trost bewusst werden.
In dieser Bewusstwerdung erfährt der Krsna-Anhänger, dass er alle irdischen Anhänglichkeiten und Abneigungen aufgeben muss, um dem Licht Krsnas zu folgen. Vor dieser Entscheidung stand Arjuna. Die Konsequenzen seiner Entscheidung waren kompromisslos: Aufstieg oder Fall.
In den Versen 34 – 36 werden die Konsequenzen für den Fall aufgezeigt, dass der Krsna-Anhänger sich nicht seinen inneren Widersachern stellt und sich von Krsna trennt. Auch in der Welt wird er sich nicht mehr zurechtfinden. Er wird sich verlassen, verachtet und dem Spott anderer ausgesetzt fühlen. Erst am Tiefpunkt seiner Hilflosigkeit gegenüber seinen inneren Widersachern kann ihn die Gnade Krsnas wieder erreichen und zur Einsicht bringen. Ein solcher Mensch neigt zu Depressionen und Gedankenkreisen, aus denen er sich nicht zu befreien weiß. Erst wenn er die Ursachen im Licht Krsnas erkennt, verziehen sich die dunklen Wolken um sein Haupt. Stirbt eine Person in solch einer Trennung von Krsna, so nimmt die Seele diese Last mit in die nächste Reinkarnation.
Solche depressiven Zustände können durch psychische Behandlung gelindert werden. Heilung kann jedoch nur seelisch durch die Gnade Krsnas erfolgen. Der Weg durch die Depression führt dann zur Heimkehr nach Krsna.
Ein Krsna-Anhänger wird eines Tages seine Aufgaben und Pflichten in diesem Leben durch Krsna erkennen. Diesen Aufgaben nachzukommen erfüllen sein Leben mit Freude, Sinn und Verantwortung. In Vers 38 wird dieses Krsna-Bewusstsein als lebenssinn-gebend gewichtet . Durch Überwindung seiner Widersacher schlägt der Krsna-Anhänger auch gleichzeitig eine Bresche in die Widerstände der Menschheit. Durch seine befreiende Tat leuchtet auch für andere Suchende der Pfad zu Krsna heller.
meint kohle



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