Ergebnis 1 bis 3 von 3

Thema: 7 Pforten

  1. #1
    kohle
    Gast

    7 Pforten


    Die sieben Pforten (1)


    (Gedanken einer christlichen Analogie zum Fragment 3 aus der „Stimme der Stille“ von H.P. Blavatsky“, S. 69 ff. )


    I. Einleitung


    Wer seinen Fuß auf die Schwelle zum ersten Tor setzt, muss seine Persönlichkeit dem göttlichen Selbst opfern. Das göttliche Selbst ist individuell als innere Berührung mit Christus erfahrbar. Diese Übergabe der Persönlichkeit wird auf dem Pfad durch die sieben Pforten ständig geprüft. In immer wieder wechselnden Facetten wird der heimwärts Suchende zu der Entscheidung gedrängt „Herr, Dein Wille geschehe und nicht der meinige“. Wer so dem Christus in sich folgt und den Pfad betritt, der wird irgendwann auch die siebente Pforte durchschreiten.


    Die Hindernisse durch die sieben Pforten sind immer die Widerstände unserer Persönlichkeit. Der Widersacher lebt IN uns. Wer den Rückweg zum „Vater“ nicht in dieser Selbstübergabe antritt und durchführt, opfert sich nicht dem göttlichen Selbst. Er wird Opfer des sogenannten „höheren Selbst“, nämlich des mit allen unseren Wassern gewaschenen Widersachers in uns. Er ruft in unserem Unterbewusstsein Erscheinungen von Irrwegen, Irrlehren und Irr-Meistern hervor und kann sich auch als Jesus-Vorstellung tarnen. Ohne dem Erlösungspfad der Berührung mit Christus in uns sind wir dem mächtigen „höheren Selbst“ hilflos ausgeliefert. Die Bedeutung dieser Begegnung kann nur durch den einzelnen Menschen authentisch erfahren und verstanden werden. Keine Autorität eines Lehrers oder einer Schrift kann diese Erkenntnis ersetzen.


    Soweit die Voraussetzungen zum Betreten und Verstehen der Schwelle zum Pfad der sieben Pforten.


    Meint kohle


    Die Gedanken zu den einzelnen folgen in weiteren Beiträgen.



  2. #2
    kohle
    Gast

    Re: 7 Pforten (2. Teil)


    Die sieben Pforten (2. Teil)


    1. Pforte


    Der Pfad durch die sieben Pforten verbindet den Glauben mit dem Verstand. Der Mensch, in dessen Herz das Licht Christi geboren ist, schreitet mit seinem Kreuz, seinem Schicksal in diesem Licht durch die erste Pforte. Sein Herz ist mit Freude gefüllt. Diese Freude teilt sich seiner gesamten Persönlichkeit mit. Er strahlt diese Freude in die aus und empfängt sie als Antwort der Welt. Der Weg durch die erste Pforte gleicht dem Einzug Jesus in Jerusalem. Die Persönlichkeit erbaut sich an diesem Hochgefühl.


    2. Pforte


    Das Christuslicht im Gläubigen mahnt ihn an, nicht im Freudentaumel seiner persönlichen Wahrnehmungen wegzutreiben. Der Gläubige steht vor der zweiten Pforte. Er entscheidet, ob er dem inneren Ruf folgt oder ob er dem Rausch mystischer Verlockungen nachgibt. Schreitet er in der Glaubenskraft Christi fest voran, so passiert er die zweite Pforte. Der Rausch verfliegt, die Welt zeigt sich nüchterner. Aber sein Leben hat sich seit dem Betreten des siebenfachen Pfades geändert. Denn dem Gläubigen wird Trost in der Realität gespendet. Dieser Trost ist vor allem Kraft und Hilfe, auch in Zeiten eigener Unsicherheit am Licht Christi dranzubleiben. Aus jeder dieser persönlichen Prüfungen geht der Gläubige gestärkt hervor, oder ... er fällt. Es gibt nur Aufstieg oder Fall. Doch er erhält die Kraft der Überwindung, nach dem Fall wieder aufzustehen. Der Gläubige erkennt zunehmend im inneren Licht die Hindernisse in seiner Persönlichkeit, die zu überwinden sind. Er erfährt gleichzeitig seine persönliche Unfähigkeit, diese Prüfungen zu bestehen. Aber erfährt auch ein Wachsen des Christus in ihm, der Alles möglich macht. Es ist allein der Christus in ihm, der ihn von den hinderlichen Neigungen erlösen kann. Der Gläubige muss dazu jedoch sein innerliches Ja-Wort geben und beibehalten. Ohne dieses freie Gelübde ist der Weg der Erlösung nicht möglich. Denn wir sind freiwillig gefallen und müssen lernen, freiwillig zurückzukehren. Die Worte Goethes „zwei Herzen schlagen ... ach ... in meiner Brust. Es ist das göttliche Wort, dass sich durch das pulsierende rote Meer der Triebe den Weg zur 3. Pforte schlägt.


    Meint kohle




    Wird fortgesetzt



  3. #3
    kohle
    Gast

    Re: 7 Pforten (3. Teil)


    Die 3. Pforte,


    Der Überwindung weltlicher Neigungen steht oft die eigene innere Angst im Weg. Das Nachgehen unserer Neigungen tröstet uns für eine Zeit über innere Spannungen hinweg. Bevor der Strebende das 3. Tor öffnen kann, wird er mit dieser seiner Angst konfrontiert. Das ist auch verständlich, weil die weltliche Befriedigung weniger wird. Seine Angst kann den Menschen bis zur Untätigkeit lähmen und ihn in Tiefen herunterziehen, wo ihn der Geist Gottes lange Zeit nicht mehr erreicht. Solche schlimmen Zustände können auch als Entziehungserscheinungen bei Suchtkranken auftreten.

    Der Strebende gerät in solche Konflikte, wenn seine Ausrichtung auf Christus abweicht. Er bedarf keiner Medikament, denn er erhält als Heilmittel die sogenannten heiligen Speisen. Psalm 23 sagt dazu:


    „ ....und ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich.

    Du bereitest vor mir den Tisch im Angesicht meiner Feinde. Du salbest mein Haupt mit Öl und schenkest mir voll ein .....“


    Allein das innige Lesen dieses Psalm Davids lässt etwas von der Heilsamkeit der heiligen Speisen verspüren. Der Psalm sagt auch, dass der Strebende die finstere Tiefe seiner Angst durchwandern muss. In Ausrichtung auf Christus wird sie sich als Nebelschleier auflösen. Der Strebende hat der Versuchung seiner Neigungen und dem Druck seiner Ängste widerstanden. Er durchschreitet die 3. Pforte.


    Meint Kohle



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