In Vers 2 des Tao the King von Lao Tse heißt es:
„Wenn alle Welt das Schöne als Schönes erkennt,
So nur auf dem Hintergrund des Hässlichen.
Wenn sie das Gute als Gutes erkennt,
So nur auf dem Hintergrund des Bösen.
........“
Unser Lebensmühe widmen wir dem, was wir als schön und gut erachten. Ohne unser Eingreifen halten wir die Welt für hässlich und schlecht. In den Kreisläufen dieser Welt gibt es jedoch keinen Stillstand, so dass sich unsere schönen und guten Werke immer wieder zum Hässlichen und Bösen ändern. Der Grundzustand der Welt ist hässlich und böse. All unsere Bemühungen dagegen fallen aufgrund der Periodizität der Ereignisse wieder auf den Grundzustand zurück.
Wir wehren uns unbewusst gegen diese Tatsache und halten das Gute auch dann noch fest, wenn es sich bereits wieder zum Schlechten wendet. Deshalb unterdrücken wird das Schlechte - ebenfalls unbewusst. Die Folge ist, dass wir das Schlechte unbewusst auf andere Menschen projizieren. Möge jeder einmal selbst seine Gedanken beobachten.
Somit liegt in allem unserem Handeln bereits der Keim zur Untat verborgen. Deshalb rät Lao Tse zum Wu-Wei, dem Nichttun, was nicht Nichtstun bedeutet. LaoTse rät dem hilfsbereiten Menschen nicht weltlich motiviert zu handeln (oder nicht-zu-handeln), sondern göttlich motiviert.
In diesem Sinne verstehe ich auch Jesus, der sinngemäß sagt: „Lasst alles zurück und folgt mir nach“. LaoTse nennt es „Loslassen“. Es ist die einzige Chance, sich dem Hässlichen und Schlechten, also dieser Welt zu entziehen. Das Bewusstsein hierzu muss ich mir durch Besinnung auf meine Gedanken, Gefühle und Handlungen sowie Einsicht daraus und die daraus folgenden Änderungen erarbeiten.
Gottes Reich ist nicht von dieser Welt und nicht den Kreisläufen der Veränderung unterworfen. Deshalb kann auf Erden kein Reich Gottes errichtet werden. Die es versuchen, unterdrücken das unabwendbare Schlechte und projizieren es nach außen auf einen Satan und ihre Kritiker (Ketzer).
Wäre es nicht so, dann hätte das jahrtausendelange Bemühen der Menschen Erfolg. Doch alles sogenannte Gute endete in Kriegen, weil das dabei entstehende Böse auf den Feind projiziert wurde.
Weiter heißt es im Vers 2 des Tao the King:
„..........
Reife Menschen behaupten ihre Stellung ohne Mühe.
Verwirklichen ihre Lehre ohne Worte.
Sie erzeugen, aber besitzen nicht.
Sie handeln ohne Erwartung.“
Kurzum, sie leben aus dem Samenkorn in sich heraus, das ihnen aus dem Reich Gottes geblieben ist. Sie leben aus Christus heraus und nicht aus ihren Vorstellungen davon.
behauptet
kohle



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