„.........SO wird euch aufgetan“
Um mich dem Synonym Gott zu nähern, bedarf es zuallererst der Berührung im Herzen. Widersacher ist immer mein unzureichender Verstand, der bis dahin meine Lebenshaltung regierte. Er bekommt in dem Moment der Herzberührung existentielle Angst, weil sein Thron wackelt. Mit dieser Angst wird jedoch jede Verbindung zum Göttlichen erwürgt. Deshalb beschäftigen wir uns mit Lehren und Konzepten, die in die Vorstellungswelt unserer Gedanken passen. Aber das ist nur eine Pseudoberuhigung. Kaum übt jemand Zweifel an der Lehre meiner Groß- oder Kleinsekte oder an den Worten meiner Meister, so flammt die Angst in mir hoch. Mit Ablehnung, Empörung , Spott oder Kritik verschließt der Verstand mein Herz mit Angst in mir .... und ich komme keinen Schritt weiter auf meiner geistigen Entwicklung.
Wessen Verstand von klein auf ohne Öffnung des Herzens von einer Magie-Gemeinschaft ausgerichtet wird, lernt keinen Zweifel kennenn ...... und damit wird er seine Angst nicht kennenlernen. Aber sie ist trotzdem vorhanden und schnürt das Herz zu. Er kann kein Gotteskind werden sondern bleibt Sklave der Dogmen seiner Religion.
In Forendiskussionen sammeln sich gleichgesinnte Grüppchen gegen andersdenkende Grüppchen. Es entsteht das bekannte babylonische Sprachgewirr, um die eigene Angst zu übertönen. So reden wir im Kreis und kommen keinen Schritt weiter.
Eine Alternative, mit der an der eigenen Selbstbehauptungs-Angst gearbeitet werden kann, bietet Austausch statt Disskussion (= Streit). Zur Überwindung der Angst gehört, dass ich mein eigenes Sicherheitspaket an Vorstellungen beiseite schiebe, wenn ich den Andersdenkenden lese. Dabei lässt sich schön beobachten, wie eigene Gedanken voll Angst und Zweifel auftauchen. Das erfordert sehr viel Mut und Kraft. Doch für einen Herzberührten steht diese Kraft immer und überall zur Verfügung. Ich muss „nur“ die Tür öffnen. Bei diesem Austausch ringe ich dann nicht mit einem Andersgläubigen sondern mit meiner eigenen Glaubens-Labilität.
Wer sich so überwindet, läuft nicht mehr im Kreis endloser Diskussionsschleifen. Er erfährt in seinem inneren Kampf die Hand Gottes, welche die Angst in Sicherheit verwandelt. Auch alles, was vorher als sogenanntes Böses abgestoßen wurde, kann so angenommen und in Gutes aufgelöst werden. So kann Schritt für Schritt der eigene dunkle Lebenszustand erkannt und in Gottes Licht umgewandelt werden. Dann sind Herz, Gedanken und Taten rein. Das geht aber nur, wenn ich bei meiner Angst und ihren Kindern dem Zorn, der Eitelkeit, Überheblichkeit, Kristik usw. ansetze. Solange ich mich diesen meinen Geißeln verschließe, bringen mich weder Lehre, Ideologie, Gebet, Meditation noch Tugend weiter. Die göttliche Berührung bleibt wie ein verschüttetes Samenkorn im Herzen stecken. Der Geistfunken wird immer wieder erstickt. Christus wird zum wiederholten Mal gekreuzigt.
Der Austausch mit Andersgläubigen belastet, gerade wegen der auftretenden Ängste. Aber das sind vorhandene Ängste, die sich nicht wegschließen lassen. Wegen der Macht dieser Ängste ist solch ein Austausch schwierig zu ertragen. Aber allein wer sich darum bemüht, schlägt auf das harte Gestein seiner inneren Hindernisse und bringt etwas zum Fließen. Darum geht es. Das Ringen nach Gott beginnt in mir, nicht außen. Die Antwort auf mein Bemühen kommt ebenfalls von innen und aus keiner Kirche einer Klein- oder Großsekte oder von irgendeinem Lehrer.
Klopfet an so wird euch aufgetan (lukas). Auch das lässt sich schön selbst beobachten
Meint kohlchen



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