Der Kosmos ist in Dir
Im letzten Jahrhundert wurden die Grundlagen für zwei fundamentale Theorien gelegt. Es handelt sich um die Allgemeine Relativitätstheorie und die Quantentheorie.
Albert Einstein stellte die Relativitätstheorie auf. Sie konnte inzwischen in einigen Teilen bewiesen werden. Einstein entwickelte sowohl eine spezielle Relativitätstheorie als auch die Allgemeine Relativitätstheorie. In der speziellen Relativitätstheorie wird nachgewiesen, dass die Lichtgeschwindigkeit eine absolute Größe ist, die von keiner Materie erreicht werden kann.
Die Allgemeine Relativitätstheorie wollte Einstein nach dem Prinzip formulieren, dass es keinen leeren Raum gibt. Das Ergebnis war dann aber eine Theorie, in der Raum und Zeit von der Materie wesentlich mitbestimmt werden. Wegen der untrennbaren Einheit von Raum und Zeit wird von einer Raumzeit gesprochen. Inzwischen wird die Relativitätstheorie durch die Urteilchen- und Chaostheorie schon wieder in Frage gestellt.
Nach Einstein krümmt sich in der Nähe großer Massen von Materie die Raumzeit. Diese Verzerrung der Raumzeit bemerken wir als Schwerkraft. Mit der Größe und Dichte der Masse eines Himmelskörpers nimmt die Raumzeitkrümmung zu. Mit der Zunahme an masse läuft auf einem Himmelkörper die Zeit langsamer ab. Auf jedem Himmelskörper gehen also die Uhren anders. Durch den gegenseitigen Einfluss von Raum, Zeit und Materie erscheint dem Betrachter, der auf einem x-beliebigigen Himmelskörper steht, dieser als das Zentrum des ihn umgebenden Universums. Dieser Effekt veranlasste die Menschen bis in die Neuzeit hinein zu glauben, dass die Erde die Mitte des Weltalls ist. Durch seine Lage bildet jeder Himmelskörper somit einen einmaligen Bezugspunkt in der ihn umgebenden Sternenschar.
Den Einfluss der umgebenden Gestirne auf unser Leben bemüht sich die Astrologie seit Jahrtausenden zu analysieren. Für die Diagnosen wird die Lage verschiedener Himmelskörper zueinander innerhalb bestimmter Zeiträume beobachtet. Nach der Begriffswelt der Relativitätstheorie untersucht die astrologische Wissenschaft also den kosmischen Einfluss von Raum, Zeit und Materie auf das Leben der Erde. Für die Deutung der Einflüsse werden neben den Himmelskörpern unseres Sonnensystems insbesondere die zodiakalen Tierkreiszeichen zu Hilfe genommen. Der zodiakale Tierkreis besteht aus Sternbildern der Milchstraße, welche die Erde wie einen weit entfernten Gürtel umfassen. Dieser Ring von Himmelskörpern charakterisiert mit seinen Einstrahlungen die Lebensabläufe auf der Erde. Auf jedem Himmelskörper gestaltet sich das Leben entsprechend seiner kosmischen Lage anders.
Einerseits ist das Universum also mit einer schillernden Vielzahl von Lebensmöglichkeiten bestückt. Die ständige Änderung von Raum, Zeit und Materie hat im nicht stillstehenden kosmischen Uhrwerk nur eines gemeinsam – die Unruhe. Raum, Zeit und Materie sind unvereinbar mit Unendlichkeit, Ewigkeit und absoluter Ruhe. Unser Wunsch danach kann an keinem Ort und zu keiner Zeit im Umfeld dieses Lebens hier erfüllt werden. Suchen wir hiernach in unserem Inneren, so begegnet uns auch hier ein Universum mit den gleichen Gesetzmäßigkeiten. Vorstellungen aus Gedankenbildern halten uns innerlich ebenso in Bewegung wie die Einstrahlung der Gestirne aus dem Universum.
Wer sich diesen Mückenschwärmen kreisender Gedanken entziehen will, merkt deutlich: Nicht ich lebe, sondern ich werde gelebt. „Innen wie außen“, so weist uns Hermes Trismegistos auf diese Spiegelung unserer Psyche in der Außenwelt hin. Sowohl das Leben der Erde als auch jedes seiner Geschöpfe wird durch den Einfluss von Raum, Zeit und Stoff bewegt. Analog zum uns umgebenden Universum kann auch von einem Mini-Kosmos in uns gesprochen werden. In unserem eigenen kosmischen System sind es karmische Brennpunkte, die unser Leben weitgehend bestimmen. Diese Brennpunkte sind dem Sternenhimmel der Tierkreiszeichen vergleichbar. Die Sterne unseres inneren Kosmos entstanden in vorausgegangenen Leben durch die Verhaftung mit der Materie in Raum und Zeit.
Wir sind innen wie außen zum Spielball ständig ändernder kosmischer Einflüsse geworden. Als deren Marionetten können wir uns ihren Wirkungen nicht entziehen. Die Welt bietet uns Unruhe und Bewegtheit, aber keine Lösung, wie wir uns daraus befreien. Die Bibel schreibt dazu, dass das unbewegliche Königreich nicht von dieser Welt ist. Denn weder Raum noch Zeit oder Materie können wegen ihrer Veränderlichkeit daran teilhaben. Was uns in dieser Welt auch begegnet, es kann lediglich ein Wegweiser zum Reich Gottes sein. Was wir mit unseren Sinnen wahrnehmen und innerlich erkennen ist wichtig für unsere Entwicklung dorthin. Sobald wir jedoch an unseren Vorstellungen festhalten, erliegen wir den Täuschungen des Stoffes in Raum und Zeit.
Die Tür zum unbeweglichen Königreich führt nur über jenen Berührungspunkt im Herzen, welches in den Religionen als das Christusprinzip oder die Lotosblüte Buddhas angedeutet wird. Es ist ein anatomisch nicht zu ortender Quell aus dem unbeweglichen Königreich und ist nicht den Gesetzen dieser Welt unterworfen. Es unterliegt nicht wie Raum und Zeit den Einflüssen der Materie und wird von dieser Welt nicht wahrgenommen.
Nicht wir können in das unbewegliche Königreich eingehen. Wir können die Wege für Christus rechtmachen, dass er in uns kommt. Denn keiner kommt zum Vater, denn durch ihn.
Meint kohlchen



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