Neulich habe ich eine Doku gesehen, wo ein Forscher in bisher von Westlern und Chinesen unentdeckten Bergregionen (derer gibt es sicher noch einige) uralte Felswohnungen und die Ruinen einer alten Hochkultur gefunden - zugänglich nur zu Fuss oder über einen reissenden Fluss, der vom Kailash nach Westen ausgeht. Das vorgelagerte Gebiet, um dort hinzugelangen, war bis vor kurzem von den Chinesen als Militärzone besetzt. Auch dort finden sich weitläufige Ruinenlandschaften, die bisher nicht dokumentiert waren. Die Ruinenstadt wird offensichtlich von vereinzelten Pilgern auch heute noch besucht, einige Lamas der Umgebung kennen sie, verraten aber nicht jedem den Weg, um die Stelle zu schützen. Die Stelle entspricht in vielerlei Hinsicht den alten Überlieferungen zum sagenumwobenen Königreich Shang Shung - z.B. in Bezug auch einen besonderen Berg, der eine natürliche silbern glänzende Oberfläche hat und Silberberg genannt wird.
Das Königreich Shang Shung ist in der Überlieferung bekannt dafür, dass es eine offene spirituelle Gesellschaft war und jede Meinung und Religion willkommen war. Mystiker, Mediziner und Schamanen aus der gesamten Region trafen sich dort, um sich friedlich über ihre Lehren auszutauschen und die Essenz zu suchen, das Gemeinsame.
Sie kamen aus Tibet, Sibierien, China, der Mongolei, Indien, Russland usw. usf. Sie waren Buddhisten, Hindus, Bön- und andere Schamanen usw. Aus der Hochzeit des Shang Shung-Königtums stammen viele wichtige spirituelle, medizinischen und soziologische Werke wie die Dzogchen-Lehren, das Kalachakra-Tantra und auch zahlreiche astrologische Werke, die bis heute in der tibetischen Kultur bewahrt worden waren.
Die Ähnlichkeit des Shang Shung-Reiches zu den noch älteren Überlieferungen über Shambhala führte dazu, dass viele - auch Tibeter - glauben, dass Shang Shung den Mythos von Shambhala erschaffen hat bzw. dass es Shambhala war.
Tatsächlich ist es aber wohl so, dass Shang Shung eines der frühen Reiche war, das Zugang zum formlosen, erdnahen Shambhala hatte und die daraus fliessenden Lehren gesellschaftlich umgesetzt hatte.
Mythen über Welten wie Shambhala finden sich überall auf der Welt, in Sibirien gibt es ähnliche Geschichten aus dem Altai-Gebirge usw. usf. Shambhala ist nicht ortsgebunden, aber entlegene, nebelige Bergregionen sind ein guter Einstiegspunkt, um die Brücke zwischen den Welten zu überwinden, wenn man die entsprechende Geisteshaltung hat. Das bestätigt auch der Dalai Lama, der sagt, dass Shambhala an keinen bestimmten Ort gebunden ist, sondern an einen Geisteszustand. Dann kann sich die Tür zu dieser Welt geistig oder gar sinnlich erfahrbar überall zu jeder Zeit öffnen.
Der Kern der gesellschaftlichen Strukturen, die Shambhala empfiehlt, um den in der Kalachakra-Prophezeiung vorhergesehenen Kultur-Konflikt unserer Zeit zu mildern oder gar ganz aufzulösen, ist das Prinzip von der Einheit in der Vielfalt bzw. der Vielfalt in der Einheit, ganz so, wie es im Shang Shung praktiziert wurde: Man besinnt sich auf menschliche Gleichheit und bestimmte menschlich-gesellschaftliche Grundwerte, die von jedem akzeptiert werden.
Auf dieser Basis ist jeder frei sich individuelll zu entfalten. Der Austausch zwischen den verschiedenen Religionen und Kulturen wird offen gepflegt, um Konflikte zu vermeiden. Menschlichkeit und das Wohl der Menschen wird zum höchsten Gut, Wirtschaft und Profit ordnen sich freiwillig diesem höchsten Gut unter, sind aber ansonsten frei in ihrem Handeln.
Die Medizin orientiert sich an der Ganzheitlichkeit und die verschiedenen Erfahrungen der Kulturen werden je nach ihrem Nutzen eingesetzt, ohne dass man sich in dogmatische Diskussionen verstrickt, während der Patien stirbt.
Die Überlieferungen darüber, wie die Shambhala-Krieger in den Zeiten der Konflikte den Menschen zu Hilfe kommen, sind wohl eher nicht kriegerisch zu verstehen, auch wenn von vielen Waffen die Rede ist und von Shambhala-'Kriegern'. Einige Menschen haben ohne tieferes Verständnis diese Erklärungen als den kriegerischen Wunsch nach einer buddhistischen Weltherrschaft interpretiert. Wer aber versteht, dass das Kalachakra-Tantra gar nicht buddhistisch ist und dass die beschriebenen Waffen wie das Schwert von Erzengel Michael geistige Werkzeuge sind, der begreift schnell, dass die Art von Hilfe, die von den Shambhala-Kriegern ausgeht rein spiritueller Natur ist und die psychologischen Ursachen für die Konflikte in den Köpfen der Menschen aufzulösen vermag.
Über die Art des Shambhala-Kriegertums, dessen Hauptaufgabe es ist, sich selbst zu befreien, die innere Quelle zu finden und dann zu Vorbild für die Menschen zu werden und ihnen hilfreich die Hand zu reichen, wenn man darum gebeten wird, hat vor allem Chögyam Trungpa Rinpoche viel gelehrt und geschrieben.
Ein 'Sieg' des Shambhala-Prinzips auf der Welt wäre die Einsicht der Menschen in ihre grundlegende Einheit und ein darauf aufbauendes friedliches Miteinander der Verschiedenheiten. Die größten Schwierigkeiten in diesem Prozess machen sicherlich alle fundamentalistischen Denker, die tatsächlich ihre äußere Wahrheit der ganzen Welt aufzwingen wollen würden. Allerdings haben diese keine reelle Chance zur Verwirklichung dieser Ziele und zum Zweiten würde eine gerechte Verteilung des Wohlstands und der Chancen auf der Welt und ein geistiger Quantensprung des Weltbewusstseins dem Zulauf zu fundamentalistischen Denkweisen und Gruppen gründlich das Wasser abgraben.
(c) Andreas



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) uralte Felswohnungen und die Ruinen einer alten Hochkultur gefunden - zugänglich nur zu Fuss oder über einen reissenden Fluss, der vom Kailash nach Westen ausgeht. Das vorgelagerte Gebiet, um dort hinzugelangen, war bis vor kurzem von den Chinesen als Militärzone besetzt. Auch dort finden sich weitläufige Ruinenlandschaften, die bisher nicht dokumentiert waren. Die Ruinenstadt wird offensichtlich von vereinzelten Pilgern auch heute noch besucht, einige Lamas der Umgebung kennen sie, verraten aber nicht jedem den Weg, um die Stelle zu schützen. Die Stelle entspricht in vielerlei Hinsicht den alten Überlieferungen zum sagenumwobenen Königreich Shang Shung - z.B. in Bezug auch einen besonderen Berg, der eine natürliche silbern glänzende Oberfläche hat und Silberberg genannt wird.
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