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Thema: Buddhismus

  1. #1
    Viola
    Gast

    Buddhismus

    Der Buddhismus beruht auf den Lehren des Gautama Buddha (560-480 v.Chr.). Er verkündete die Verwandtschaft alles Lebendigen und die Wiedergeburt der Seelen bis zur Vollendung. Ziel des Buddhismus ist bekanntlich das Nirvana, das fälschlicherweise oft mit "nichts" übersetzt wird. Nirvana bedeutet jedoch das völlige Freisein (wörtlich nir-vana: das Verlöschen) von Begierde, Haß und Wahn, ein nicht mehr beschreibbarer Zustand von Glückseligkeit, jenseits der Bindung an die Sinne und aller Wahnvorstellungen von einem Ego. Erst dann ist eine Seele wirklich frei und nicht mehr an das Rad der Wiedergeburt gebunden.

    Der Buddhismus ist eine Religion mit hohen ethischen Grundsätzen voll Sanftmut und Achtung vor allem Lebenden. Diese Religion ist heute vor allem in Tibet, China, Japan, Kaschmir und Südostasien verbreitet. Da Buddha das Überwinden allen Leides zum höchsten Ziel proklamiert hat, versteht sich von selbst, dass Buddhisten dem Leiden aller Wesen gegenüber sehr sensibel sind. Dabei kennt der Buddhismus keine Befehle, sondern nur Tugendgebote, die auch als Gebote der Vernunft bezeichnet werden.

    Man soll nicht tugendhaft leben, weil Buddha es sagt, sondern weil Tugend zum Wohle der Menschen führt. Dem Anfänger des geistigen Pfades empfiehlt der Buddha fünf Grundtugenden, die sogenannten fünf Sila: nicht töten, nicht stehlen, nicht ausschweifen, nicht lügen, nicht sich berauschen. Das erste Tugendgebot lautet wörtlich: "Ein jedes Wesen scheuet Qual, und jedem ist sein Leben lieb: Erkenn dich selbst in jedem Sein, und quäle nicht und töte nicht."

    Aus dem Wissen der Seelenwanderung und dem Hintergrund der auf dem Weg der Evolution sich vervollkommnenden Wesen ergibt sich, dass Fleischessen und das Töten oder Schlachten der Tiere als schlecht angesehen werden. Von Buddha ist überliefert, dass er niemals tötete, nicht einmal eine Ameise, weil er auch mit dem geringsten Wesen gleiches Erbarmen hatte wie mit dem höchsten. Ähnlich wie 2000 Jahre später Franz von Assisi äußert sich auch Buddha: "Die Wesen mögen alle glücklich leben, und keines möge ein Übel treffen! Möge unser ganzes Leben Hilfe sein an anderen!".

    Aus dem Buch "Vegetarische Rohkost,
    Leben aus der Fülle der Natur" von Gregor Wilz

    Liebe Grüße,
    Viola

  2. #2
    Leah
    Gast

    AW: Buddhismus

    Mein Ansatz ist immer praktisch deshalb geht es um die Anwendung der Buddhalehre im täglichen Leben:

    Das Gleichnis von der schmutzigen Messingschale.

    Angenommen, jemand habe auf dem Markt oder beim Kupferschmied eine alte oder
    schmutzige Messingschale gekauft. Die würde er putzen und gebrauchen, nicht in
    irgendeiner Ecke verstauben lasssen. So würde sie bald blank und rein. Ebenso ist es
    sich einer seiner unheilsamen Eigenschaften bewusst, dann ist es möglich, dass er an
    sich arbeitet, dass er sich bemüht, diese unheilsamen Neigungen und Verhaltensmuster
    zu überwinden. So wird er, geläutert von unheilsamen Eigenschaften, von Gier, Hass
    und Verblendung, lauteren Herzens sterben. (Majjh.Nik.5)

  3. #3
    Leah
    Gast

    AW: Buddhismus

    Irgendwie passt dieser Gedanke besonders in unsere jetzige Zeit.

    Betört vom Wahn der Jugend wandeln viele Menschen in Taten,
    Worten und Gedanken den Weg des Unrechts.
    Wenn aber ein Mensch darüber öfter meditiert, dass er dem Alter
    unterworfen wird und er ihm nicht entgehen kann, so löst sich der
    Wahnder Jugend auf oder wird schwächer. ( Ann. Nik. 5:57

  4. #4
    mago
    Gast

    AW: Buddhismus

    ja Leah,

    wen alles so einfach währe müssten wir uns nicht mehr ausgleichen. leider sehen es die meisten eben nicht so und darum ist es ja so schwer auch ohne die mitmenschen an sich zu arbeiten. man kann es auch den seelenspiegel von bardon nennen ohne diesen gibts keinen aufstieg. bardon hatte 700 schüler von denen geade mal 5 den adepten geschaft haben so schwer ist das. aber achtung die schlechten eigenschaften braucht der mensch um sich zu entwickeln darum muss der schlechte spiegel zuerst seinen ausgleich finden und nacher wird der gute spiegel am schlechten angeglichen.

    gruss mago

  5. #5
    Leah
    Gast

    AW: Buddhismus

    Hallo Mago,

    Der Elementeausgleich ist eine Arbeit, die nie aufhört, immer wieder gehe ich zu dieser Basis zurück,
    denn wenn ich mir einbilde, dass meine Messingschale besonders schön glänzt entdecke ich, dass
    sich unverhofft wieder eine dunkle Stelle bildet.
    Jeden Tag achtsam sein mit Worten und Taten, nicht so einfach.

    Schön hier wieder von dir zu lesen Mago ... Herzliche Grüsse ... Leah

  6. #6
    Leah
    Gast

    AW: Buddhismus

    Freigebigkeit:

    Wie soll man sich in der Freigebigkeit üben? Man sollte , wenn man bedürftigen Wesen etwas gibt
    oder ihnen bei der Lösung ihrer Probleme hilft, oder ihnen, wenn sie auf der Suche nach Wahrheit sind,
    die Lehre erklärt, darauf achten, das nicht aus dem Verlangen nach Gewinn oder Anerkennung tun.
    Man sollte sich sagen, dass man selber etwas Gutes bekommen hat und das andere daran teilhaben sollten
    (Ta Ch eng Ch`i Hising Lun)

    In der Kunst des Liebens meint Erich Fromm, dass der wichtigste Bereich des Gebens
    nicht im materiellen, sondern im zwischenmenschlichen Bereich liegt. Er fragte:" Was gibt ein Mensch dem anderen? ....
    Er gibt ihm etwas von seiner Freude, von seinem Interesse, von seinem
    Verständnis, von seinem Wissen .... von allem, was in ihm lebendig ist.... Er gibt nicht,
    um selbst etwas zu empfangen, das Geben ist an sich und für sich eine erlesene Freude.

    ................
    Eigene Überlegungen:

    Mit dem Geben habe ich selbst ein paar Jahre schlechte Erfahrungen gemacht, und es
    dauerte eine Zeit, bis ich erkannte, dass ich den Bittstellern nicht wirklich half, sondern,
    dass es eine endlose Spirale war, ein Fass ohne Boden.
    Also musste ich meine Sichtweise und Aktionen ändern, deshalb sind diese oben aufgeführten Denkansätze
    sehr wichtig, um eine andere Ausrichtig zur Freigebigkeit zu finden.
    Geändert von Leah (20.08.2010 um 22:55 Uhr)

  7. Folgendes Mitglied bedankte sich bei Leah für dieses Posting:

    mahakala (21.08.2010)

  8. #7
    Unregistriert
    Gast

    AW: Buddhismus

    Hallo Zusammen, Hallo Leah

    Besten Dank Leah. Toller Beitrag !

    Ich möchte noch etwas anfügen:

    Geben ist stark mit dem Sozialen Instinkt verwurzelt. Es gibt drei Gründe warum Menschen geben:

    1. Sie wollen wieder etwas zurück. (So ist der Handel entstanden)
    2. Sie wollen für die andere Person bedeutend sein um den eigenen Selbstwert aufzupolieren (was in Tat und Wahrheit natürlich nicht funktioniert, weil wir Selbstwert nur immer in uns selbst zu finden vermögen).

    Diese zwei Arten des Gebens sind tatsächlich nur weitere Versionen des Nehmens.

    3. Sie wollen etwas teilen um mit der anderen Person eins zu werden und damit die eigene Isolation überwinden. Ein Akt der Liebe, weil Liebe ist was (ver)bindet. Liebe ist Anziehung.

    LG

    Mac

  9. #8
    Leah
    Gast

    AW: Buddhismus

    Hey Mac,

    klasse ... wieder von dir zu lesen ... schöne Ergänzung.

    Mir ging gestern noch etwas durch den Kopf .... Freigebigkeit wird gelegendlich auch durch
    Schuldgefühle erzwungen. Es ist dann eine Verstrickung durch Gefühle, die das Gegenüber
    auslöst... hmm dazu gibt es wieder ein paar schöne buddhdistische Gedanken ... jetzt wartet
    erst einmal die Arbeit auf mich.

    Herzliche Grüsse ... Leah

  10. #9
    Unregistriert
    Gast

    AW: Buddhismus

    Zitat Zitat von Leah Beitrag anzeigen
    Hey Mac,

    klasse ... wieder von dir zu lesen ... schöne Ergänzung.

    Mir ging gestern noch etwas durch den Kopf .... Freigebigkeit wird gelegendlich auch durch
    Schuldgefühle erzwungen. Es ist dann eine Verstrickung durch Gefühle, die das Gegenüber
    auslöst... hmm dazu gibt es wieder ein paar schöne buddhdistische Gedanken ... jetzt wartet
    erst einmal die Arbeit auf mich.

    Herzliche Grüsse ... Leah
    Hallo Leah,

    Das mit den Schulgefühlen stimmt ganz genau. Schuld drückt auf den Selbstwert.
    Eng damit ist natürlich auch der Energievampirismus verknüpft.

    LG

    Mac

  11. #10
    Leah
    Gast

    AW: Buddhismus

    Ja Mac .... der Selbstwert.... das ist so eine Angelegenheit für sich, das Ego sollte sich endlich
    eine dicke Haut zulegen und auf die Wichtigkeit verzichten.

    Hierzu aus der Buddhalehre:

    "Wird er beleidigt oder geschlagen oder entehrt oder lächerlich gemacht, so fällt es ihm
    gar nicht ein, das mit Gleichem zu vergelten.

    Er wendet sich vielmehr nach innen und meditiert darüber: " Wer ist es, der hier beleidigt
    oder geschlagen oder entehrt oder verletzt oder lächerlich gemacht wird."
    (Kasyapa-parivarta sutra 107)

    ..................
    Oft ist unser Problem, dass die Meinung anderer .... unser Ansehen wichtiger sind,
    als unsere aufrichtige Innerlichkeit und tiefere Erkenntnis.

    Unabhängig von der Meinung der anderen zu sein, ist deshalb ein Ziel, das wir uns
    setzten sollten.

    Grüsse ... Leah

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