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Thema: Beltane / Walpurgisnacht

  1. #1
    Viola
    Gast

    Beltane / Walpurgisnacht

    Der letzte Apriltag, die Nacht vor dem 1. Mai, ist das klassische Hexenfest.
    Den alten Überlieferungen nach ritten in dieser Nacht die Hexen auf Besen oder Ziegenböcken zum Hexensabbat auf den Blocksberg (der Brocken im Harz) um dort mit dem Teufel zu tanzen. In dieser Nacht waren alle Zaubermächte wirksam.

    Es ist das Fest des wiedererwachten Frühlings, an dem Sonne und Erde eine innige Verbindung eingehen - die heilige Hochzeit des Männlichen und Weiblichen. Der Sonnengott, der in der Zwischenzeit von Jul bis Beltane zum geschlechtsreifen Jüngling herangewachsen ist, übernimmt nun wieder die Herrschaft über die Zeit. Die Mondgöttin, die die Fruchtbarkeit symbolisiert, ist zur fruchtbaren Jungfrau herangewachsen. Mann und Frau, männlich und weiblich sind nun herangereift, um Neues zu schaffen. Die Kraft der Sonne wird jetzt immer stärker und die Natur strotzt jetzt regelrecht vor Fruchtbarkeit. Die Leichtigkeit greift um sich und die Zeit des Mangels und des Sparens ist vorbei. Nun beginnt wieder die Zeit, wo wir direkt von der Natur versorgt werden und nicht mehr auf das Eingemachte zurückgreifen müssen.

    Der Neme Beltane ist der keltische Name für dieses Fest und ist abgeleitet vom Irisch-Gälischen Wort „Bealtaine“ oder dem schottosch-gälischen Wort „Bealtuinn“. Beide bedeuten „Bel-Feuer“. Das Belfeuer bezeichnet das Feuer des Keltischen Gottes des Lichts, Bel, Beli oder Belinus (Belanos - druidischer Sonnengott ?). Er wurde im Mittleren Osten auch zum Gott Baal.
    Beltane ist das keltische Blütenfest. Bel wurde von den betörenden Düften der Erdgöttin angezogen. So stieg er vom Himmel herab, um sich mit ihr zu vermählen. Die beiden schworen sich ewige Treue und gelobten sich jedes Jahr im Mai zurück zu kehren, um sich einander hinzugeben, damit die Fruchtbarkeit der Erde Erneuerung erfahren kann. Beltane bedeutet Licht und Feuer und ist das erste Sommerfest unbändiger Leidenschaft und Lust. Es ist die Zeit der Sinnlichkeit, Zeit der Liebenden, Zeit der Fruchtbarkeit, Zeit der Vereinigung.
    In den rituellen Feiern der Menschen wurde der Frühling und seine Kräfte gepriesen. Zur Erinnerung dieses göttlichen Rituals wurden junge Maibäume, welche den Phallus symbolisieren in eine tiefe Grube gepflanzt und mit roten und weißen Bändern symbolisch als Zyklen von Leben und Tod verziert. Die Tradition des Maibaumes ist geblieben.

    (Der Monat Mai ist übrigens nach Maia/Maja benannt....in der römischen Mythologie eine Fruchtbarkeitsgöttin, die Göttin des Wachstums im Frühling...)

    In dieser Zeit um Beltane suchten sich die jungen Frauen die stärksten und schönsten Männer, damit starke und gesunde Kinder entstehen können. Während im beginnenden Frühjahr die Liebespaare sanft und mit Distanz liebäugelten, war Beltane die Zeit, in der diese Liebesbeziehung nach außen bekundet wurde.

    Beltane ist ein ausgelassenes Fest. In der Nacht vom April zum Mai wurden Freudenfeuer auf den Bergen angezündet zu Ehren der Gottheiten. Meisten sprang man durch das Feuer oder tanzte um das Feuer. Oft waren es ritische Tänze bei denen Priester und Priesterinnen anstimmten. Man warf einige Dinge als Opfergaben in das Feuer. Auch heute wird fast überall "in den Mai getanzt". (Maifeiertag ist die Entsprechung im Christentum)

    Durch ekstatische Tänze und Gesänge wurde aber auch die Stimmung angeregt. Und auf dem Höhepunkt des Festes, nach dem Sprung über das Feuer, verschwanden nach und nach die einzelnen Pärchen, ganz unauffällig und mit einem Augenzwinkern.

    Es ist aber auch eine kraftvolle, magische Nacht, in der viele magische Rituale stattfinden. Das höchste Hexenfest. Kein Wunder, wenn man an die ganzen (Liebes-)Energien denkt, die umherschwirren und die man nutzen kann.

    Die katholische Kirche versuchte, auch dieses Fest umzudeuten - als Tag der heiligen Walburga, der Patronin der Bauersfrauen und Mägde, allerdings ohne viel Erfolg.
    Alte Kräfte wurden mit dem Besen herausgereinigt und vertrieben. (Alle schlechten Energien wurden ausgekehrt). Neue Besen für das kommende Jahr wurden mit Weidezweigen geflochten und gesegnet und die alten dem Feuer übergeben.
    Um sein Vieh und seine Häuser zu schützen, wurde in dieser Nacht geweihtes Salz auf die Türschwellen der Ställe und Häuser gestreut.
    Wer wissen wollte, ob der Geliebte treu bleibt, der pflanzte in der Walpurgisnacht zwei Vergissmeinnicht auf einen Stein mit etwas Erde. Wuchsen die beiden Pflanzen aufeinander zu, so würde der Geliebte treu bleiben und eine Hochzeit bevorstehen.

    Da wo ich lebe, ist nur der Brauch des Maibaum-Aufstellens bekannt. Und in der Walpurgis-Nacht werden auf der Straße mit Kalk Linien vom Haus eines Verliebten bis zum Haus seiner Angebeteten gezogen, um allen öffentlich zu zeigen, dass sie ein Pärchen sind. Das kann manchmal Kilometer weit gehen.

    Liebe Grüße,
    Viola

  2. #2
    D€MI@N
    Gast

    AW: Beltane / Walpurgisnacht

    ..Hallo Viola

    Wieder mal ein klasse Beitrag von Dir und sehr Informativ. Dabei fällt mir gerade ein.....
    Ich wollte doch noch in den Keller um meinen eigenen Besen klarzumachen, muss morgen Abend zum Blocksberg.:yahoo:

    Liebe Grüsse: D€MI@N..

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