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Ergebnis 1 bis 8 von 8

Thema: Raphael

  1. #1
    Leah
    Gast

    Raphael

    Raphael gilt im Westen wie im Osten als authentischer Vermittler
    des Advaita Vedanta, der Lehre der Nicht-Dualität.

    Der Feuerweg, dem ich nach ihm beschreite, ist die Kunst sich selbst
    zu entdecken.

    Unter diesem Thema werde ich einen Teil seiner Lehren stellen, die mich
    zwischendurch immer wieder beschäftigen.
    .................................................. .............

    "Können wir die Dinge oder Ereignisse betrachten, ohne das darstellende
    Ich dazwischenzustellen?
    Können wir eine Begebenheit auf direkte Weise betrachten, ohne das der Verstand
    eindringt, der sich Vorstellungen macht?
    Können wir reines kontemplatives Feuer ohne beschreibendes und vergleichendes
    Denken sein?

    Wenn das empirische Ich in der Beziehung entsteht, stützt es sich auf Erinnerungen,
    Vergleich und Bildung, auf Unterscheidung und Vorstellung von Wirklichkeit, anstatt
    auf die Wirklichkeit an sich"

    .............................

    Eigene Erfahrungswerte und Überlegungen hierzu:

    Es ist einerseits möglich, wenn ich mich auf die Mentalebene begebe, oder in dem ich
    den Meditationszustand der Stille in mir aufrufe.

    All das ist jedoch im täglichen Alltag nicht einfach, denn die Bewusstheit gilt es dafür
    ständig zu trainieren.

  2. #2
    Thomas
    Gast

    AW: Raphael

    hi leah,

    bin gespannt, was du uns so präsentieren wirst

    die von dir genannten fragen/auszüge klingen für mich eher nach blicken ins akasha(prinzip) und gedankenschulung - gepaart mit hermetischen aspekten, als eben reiner nondualismus. im reinen nondualismus gibt es weder subjekt noch objekt, also weder einen betrachter, noch etwas zu betrachtendes.

    ich frage, da er zum einen von maya und wirklichkeit (wahrheit) spricht; vom reinen sein, dann aber wieder Die Philosophie des Werdens führt - abgesehen davon, dass sie Kämpfe, Widersprüche und Unterschiede erzeugt, - in einen traumatischen Nihilismus. Die Philosophie des Seins strebt hingegen nach Harmonie mit sich selbst, mit der eigenen Spezies und der gesamten Natur.. -- hier würde ich als etwas "strengerer" nondualist eben anmerken wollen, dass in meinen augen eine vermischung geschieht.
    ich verdeutliche es an einem einfachen beispiel: reines sein ist fülle, irdisches sein armut. bin ich im reinen sein und erwarte ich, dass mein irdisches leben nun auch fülle zeit, begebe ich mich direkt wieder raus aus dem sein (wobei ich mit dieser denkweise nie ins sein gelangen kann). mehr noch, ich sehe das irdische sein "wichtiger" an und gebe ihm bedeutung, sprich bedeutsamkeit. und genau das ist es eben nicht und der punkt, wo das ego ins spiel kommt.
    es gibt ein paar stellen bei ihm, wo er eben auf die irdischen belange bezug nimmt und ihnen in gewisser weise bedeutung gibt (er gibt sich zwar das bedeutungslose pseudonym raphael, aber das ist schon ganz suuuper erwacht und die(!) essenz der leere oder wars lehre?)

    wie gesagt, würde mich freuen, wenn du uns ein wenig von ihm schreiben könntest



    lg.t.

  3. #3
    Leah
    Gast

    AW: Raphael

    Da stimme ich dir zu Thomas, denn es war ein Gedankengang aus seinem "Feuerweg", deshalb gehe ich jetzt
    sicherheitshalber zu seinem Gedankengut aus "Advaita Vendanta" über.

    Gegenüberstellung Gut und Böse ... Dualismus-Nondualismus

    Im religiösen Dualismus werden die gegensätzlichen Prinzipien als Gott und Satan personifiziert.

    Jede dualistische Auffassung... sei sie philosopisch oder religiös geprägt, geht von zwei unabhängigen
    Substanzen aus, die sich ihrer Natur gemäss weder wiederfinden, in Beziehung treten noch auflösen können.

    Zwei parallele Linien können sich nicht treffen, selbst wenn sie ins Unendliche reichen

    Da das Böse ebenso wie das Gute ... als eine absolute Wirklichkeit betrachtet wird,
    kann das Böse nie vom Guten besiegt werden oder umgekehrt.

    Dualismus ensteht durch Bewegung.

    Das Böse wie das Gute sind keine Wirklichkeit an sich, keine Substanzen, sondern Erscheinungen.

    ....................
    Eigene Gedanken.

    Wird zum zum Beispiel das Böse unterdrückt, weil jemand es überwinden und nur gut
    sein möchte, so sieht ein Heiliger nach außen wie ein Heiliger aus, doch tief im Keller
    lauert die Gefahr, und wenn die Falltür irgendwann in Heimlichkeit aufgeht, steigt das
    Grauen empor.
    Es wäre also angebrachter genau wie im Elementeausgleich, die Balance mehr im Auge
    zu behalten.

    ........ Im Non-Dualismus sind dies alles nur Erscheinungen und als solches können sie
    transzendiert und aufgelöst werden.

    Die mentales Projektionskraft ist jedoch sehr stark, und wir können kaum unsere Realität
    verlassen, selbst wenn unser Erkenntnisstand sich ständig erweitert.

    So wie ich es lerne geht es nur durch eine sogenannte Bewusstseinserhöhung, bei
    der nach und nach die Schleier zerschlagen werden.
    Irgendwie muss ich jetzt auch gerade an die Spiral-Dynamics und Ken Wilber denken.

    Innerhalb unserer Weiterentwicklung gelingt es dann vielleicht aus der Bewegung in
    die Unbewegung zu tauchen.

  4. #4
    Thomas
    Gast

    AW: Raphael

    hi leah,

    Zitat Zitat von Leah Beitrag anzeigen
    Da das Böse ebenso wie das Gute ... als eine absolute Wirklichkeit betrachtet wird,
    kann das Böse nie vom Guten besiegt werden oder umgekehrt.
    hier wundert mich, wenn er vom advaita oder eben nondualismus spricht, diese aussage. da gut und böse illusion ist, obsiegt letztlich immer "das gute", wenn man die einheit an dieser stelle einmal mit gott umschreiben möchte.
    auch den begriff absolute wirklichkeit würde ich mit einem fragezeichen versehen wollen - was ist absolut, liegt doch alles im auge des betrachters.

    Zitat Zitat von Leah Beitrag anzeigen
    Das Böse wie das Gute sind keine Wirklichkeit an sich, keine Substanzen, sondern Erscheinungen.
    da widerspricht er sich zu seiner ausssage von weiter oben (habs in meinem zitat gekürzt, steht bei dir)


    Zitat Zitat von Leah Beitrag anzeigen
    Wird zum zum Beispiel das Böse unterdrückt, weil jemand es überwinden und nur gut
    sein möchte, so sieht ein Heiliger nach außen wie ein Heiliger aus, doch tief im Keller
    lauert die Gefahr, und wenn die Falltür irgendwann in Heimlichkeit aufgeht, steigt das
    Grauen empor.
    Es wäre also angebrachter genau wie im Elementeausgleich, die Balance mehr im Auge
    zu behalten.

    ........ Im Non-Dualismus sind dies alles nur Erscheinungen und als solches können sie
    transzendiert und aufgelöst werden.

    Die mentales Projektionskraft ist jedoch sehr stark, und wir können kaum unsere Realität
    verlassen, selbst wenn unser Erkenntnisstand sich ständig erweitert.

    So wie ich es lerne geht es nur durch eine sogenannte Bewusstseinserhöhung, bei
    der nach und nach die Schleier zerschlagen werden.
    Irgendwie muss ich jetzt auch gerade an die Spiral-Dynamics und Ken Wilber denken.

    Innerhalb unserer Weiterentwicklung gelingt es dann vielleicht aus der Bewegung in
    die Unbewegung zu tauchen.
    was böse ist oder nicht, liegt immer im auge des betrachters, von daher ist es immer relative, subjektive projektion.
    nehmen wir dein bild des heiligen und vereinen es mit den bewusstseinsstufen von wilber, so hat der heilige keineswegs "leichen" im keller, wenn er auf einer gewissen bew.stufe steht. umgekehrt erklärt wilber ja recht deutlich, dass gerade die sichtweise von gut und böse aus der entsprechenden bewusstseinsstufe des individuums hervor geht, so eben auch die komplette weltsicht.

    streng nondual gibt es nichts, was aufzulösen wäre. erscheinungen sind nicht real - was genau will man also auflösen/transformieren, was nicht da ist?
    will man energie stecken in das, was man nicht mehr will?

    sicherlich ist die projektionskraft stark - immerhin tragen wir den schöpferfunken in uns. folglich wäre ein weg, genau das werkzeug abzugeben, mit dem wir projizieren.
    man kann schlecht wasser mit einem wasserstrahl auflösen, ums mal bildlich zu umschreiben. nichts anders ist es aber, wenn man egomuster durch und mit dem ego aufzulösen versucht.

    liebe grüsse,
    thomas

  5. #5
    Leah
    Gast

    AW: Raphael

    Hallo Thomas,

    Bis auf ein paar Abweichungen kann ich dir zustimmen ..... Gott als die Einheit enthält alles in unterschiedlichen Aspekten, und wir
    sind diejenigen, die die zerstörerischen Aspekte als das Böse empfinden, da sie unserem Ego Leid und Verlust zufügen.

    "Leichen im Keller" .... eigendlich kann ich mir kaum vorstellen, dass wir unsere tierische Aspekte ganz ablegen können, egal wie
    hoch wir auch auf der Stufenleiter steigen. Dazu fällt mir immer wieder die Geschichte von dem Yogi mit dem Pickel auf der Nase ein.
    Er lebte lange abgeschieden auf einem Berg und fühlte sich der Gotteseiheit besonders nahe. Als er von seinem Berg herunterstieg, begegnete ihm ein kleiner Junge,
    der ganz aufgeregt behauptete, der Yogi hätte einen Pickel auf der Nase. Der Yogi, entgegnete,
    dies könne nicht sein. Je mehr der Junge darauf beharrte, um so ärgerlicher wurde der
    Yogi, bis er anfing , den Jungen anzuschreien.
    Er war wieder in der Dualität eingetroffen.

    .....................................

    Heute fand ich noch ein paar wunderbare Zeilen von Rumi, die zum Thema passen:

    Du hast gefürchtet,
    der Boden könnte dich verschlingen
    oder der Himmel hinwegheben.

    Doch nun löst sich dein Wasserbett.
    und fällt zurück in den Ozean,
    dem es entsprang.

    Es hat nicht mehr die gleiche Form
    und ist doch Wasser,
    ist doch von der selben Essenz.

    Dieses Aufgeben ist keine Buße.
    Es ist eine tiefe Würdigung deiner selbst.

    .......................
    Die beiden letzten Zeilen sind wunderbar.

    Herzliche Grüsse Leah

  6. #6
    Thomas
    Gast

    AW: Raphael

    hi leah

    Zitat Zitat von Leah Beitrag anzeigen
    Bis auf ein paar Abweichungen kann ich dir zustimmen ..... Gott als die Einheit enthält alles in unterschiedlichen Aspekten, und wir
    sind diejenigen, die die zerstörerischen Aspekte als das Böse empfinden, da sie unserem Ego Leid und Verlust zufügen.
    gott/die einheit enthält nicht alles in unterschiedlichen aspekten. es ist reines sein.
    aspekte wären schon wieder dual.

    das, was wir als böse empfinden entspringt dem ego, und nur dem ego. ohne ego gibts nichts böses.

    Zitat Zitat von Leah Beitrag anzeigen
    "Leichen im Keller" .... eigendlich kann ich mir kaum vorstellen, dass wir unsere tierische Aspekte ganz ablegen können, egal wie
    hoch wir auch auf der Stufenleiter steigen. Dazu fällt mir immer wieder die Geschichte von dem Yogi mit dem Pickel auf der Nase ein.
    Er lebte lange abgeschieden auf einem Berg und fühlte sich der Gotteseiheit besonders nahe. Als er von seinem Berg herunterstieg, begegnete ihm ein kleiner Junge,
    der ganz aufgeregt behauptete, der Yogi hätte einen Pickel auf der Nase. Der Yogi, entgegnete,
    dies könne nicht sein. Je mehr der Junge darauf beharrte, um so ärgerlicher wurde der
    Yogi, bis er anfing , den Jungen anzuschreien.
    Er war wieder in der Dualität eingetroffen.
    ich denke, man sollte hier zwischen geist und körper differenzieren.
    ebenso zwischen gemeisterten aspekten (du hast ja auch deine kindliche windelphase überwunden) und netten geschichten....
    jesus, bardon, maharashi... hatte alle lernaspekte für den geist, der in einem körper mit aua weilte....
    ganz generell gilt natürlich, dass alles gilt, an das man glaubt und genau das ist ja auch die crux, warum wir nicht mehr bewusst in der einheit sind weil wir daran glauben, es nicht zu sein.
    oder bildlich: wir liegen im warmen bett und träumen und haben vergessen, dass wir im bett liegen, weil uns der traum in der arktis sooo viel besser gefällt.

    Zitat Zitat von Leah Beitrag anzeigen
    Die beiden letzten Zeilen sind wunderbar.
    ja

    liebe grüsse,
    thomas
    Geändert von Thomas (21.08.2010 um 13:01 Uhr)

  7. Folgendes Mitglied bedankte sich bei Thomas für dieses Posting:

    Leah (03.09.2010)

  8. #7
    Leah
    Gast

    AW: Raphael

    Ja Thomas, irgendwie erkenne sich schon, dass ich immer noch Denkfehler oder Missvertändnis als Stolperstein vor mit liegen habe.


    "Was ist es, das wird, und was ist es was nicht wird?"

    In der Einheit gibt es nichts Trennendes und keine Aspekte.

    Wenn der reine atman Geist nie Dualität sein kann, woher kommt
    dann die Dualität?

    Ist es eine Abspaltung, die vergessen hat das sie Einheit ist?

    Wie kam es nur zu dem "Fall" der Vertreibung aus dem Paradies?

    Oft liest man .... der Geist senkte sich in die Materie. um sich selbst
    zu erkennen .... doch warum sollte er irgendein Bedürfnis haben wie:

    "Selbsterkenntnis oder Selbstwahrnehmung"


    Herzliche Grüsse .... Leah

  9. #8
    Raven
    Gast

    AW: Raphael

    Du stellst Fragen, die ich mir auch stelle

    manchmal glaube ich für mich, daß der Reine Geist einfach sein Spiel spielen will und das geht nur in der Bewegung

    Bewegung des Geistes erzeugt Energie und dann ist auch gleich die Dualität da, um über beide Pole erkennen zu können

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