Hallo allerseits!
Im Buch "Der Weg zum wahren Adepten" von Bardon ist eine der ersten Übungen u.a. die "Gedankenleere"...
Diese Übung mache ich meißtens wenn ich spazierenlaufe, oder auf der Arbeit bei einer einfachen Tätigkeitsablauf. Beim Spazierengehen ist mir bei der Übung der Gedankenleere etwas erstaunliches aufgefallen, was mir zu Beginn noch nicht so auffiel.. Langsam, aber sicher fällt mir die Gedankenleere immer einfacher - und die Dauer der Übung kontinuierlich ein stückchen länger ausüben. Mir fiel auf, das in dem moment, wo man die innere Gedanken verstummen lässt, mit den äußeren/körperlichen Sinnen auf einmal sehr viel mehr wahrnimmt. Meine Wahrnehmung konzentrierten sich und nehme meine Umgebung sehr viel bewusster wahr mit den Ohren, Nase, Auge... Schalte ich meine innere Gedanken kurzzeitig ab, ist es so, als gäbe es dann kein "Innenwelt" mehr, sondern nur eine "außenwelt" und ich nehme z.b. unzählige Vogelgezwitscher wahr bis in weiter Ferne, spüre den Wind, rieche das Gras... Gerade das Gehör scheint sich zu verfeinern und nehme unzählige Geräusche parallel wahr, und kann sie auseinanderreihen wie einzelne TonspurenWir wollen daher als nächstes die vollkommene Gedankenleere erzeugen lernen. [...] Jeden Sie überfallenden Gedanken weisen Sie energisch ab. Nichts darf in Ihrem Geist auftreten, nur absolute Leere muß herrschen. Diesen Zustand der Leere halten Sie fest, ohne abzuschweifen oder sich zu vergessen. Anfangs werden Sie dies nur für wenige Sekunden fertigbringen, aber bei öfteren Üben wird es Ihnen immer besser gelingen. Der Zweck der Übung ist erreicht, wenn es Ihnen gelungen ist, volle zehn Minuten in diesem Zustand zu verweilen, ohne sich zu vergessen oder sogar einzuschlafen.
Beim Nachdenken über diesen interessanten "Effekt" der Gedankenstille ergibt es für mich Sinn... ist jemand sprichwörtlich "in Gedanken versunken", also sehr "in sich gekehrt", nimmt dieser von seiner äußeren Umgebung kaum noch was wahr - es ist, als seien die körperlichen Sinne dann "heruntergefahren". Je nachdem wie sehr jemand in Gedanken versunken ist, könnte man den ansprechen und er würde zunächst nichts hören, oder ist schreckhaft, wenn man für denjenigen scheinbar wie aus dem Boden gewachsen vor ihm steht. Das ergibt Sinn - das die Sinne aufgrund erhöhte Gedankenaktivität weniger "Aufmerksamkeit" haben und man um sich herum die Umgebung sehr vermindert wahrnimmt.
Das Gegenteil davon dann, die Gedankenleere! Schaltet man den inneren, ununterbrochenen Gedankendialoge ab, kehrt automatisch die Aufmerksamkeit von der gedanklichen Innenwelt auf die Außenwelt - die Sinne verschärfen sich, man nimmt die Umgebung mit sehr viel erhöhterem Maße wahr und bemerkt Dinge, die vielleicht einem vorher sonst nie aufgefallen sind (z.b. das weit entfernte Rauschen der Autobahnstrecke).
Ich kann mir vorstellen, das im laufe der Übungen oder später das Optimum erreicht werden kann, beiderseits voll wahrnehmen zu können. Sowohl die Außenwelt mit allen körperlichen Sinnen, wie auch die Innenwelt und die Gedanken.
Diese Feststellung und daraus gewonnener Erkenntnis bei der Magischen Übung fand ich überaus interessant und hat mich wirklich überrascht, da das mir bisher so nicht klar bzw. bewusst war.
Viele liebe Grüße
Singar



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